Behutsam ankommen
Eingewöhnung in der Kindertagespflege Löwenzähnchen in Wuppertal-Ronsdorf
Der erste Tag in der Kindertagespflege ist für viele Familien ein großer Schritt. Wie er gelingt, hängt nicht vom Mut des Kindes ab, sondern davon, wie viel Zeit es bekommt. Wie die Eingewöhnung beim Tagesvater Jonas Nebe abläuft und warum sie sich von anderen Einrichtungen unterscheidet, beschreibt diese Seite.

Im eigenen Tempo
Was Eingewöhnung im Löwenzähnchen bedeutet
Eingewöhnung heißt für mich, dass Ihr Kind in seinem eigenen Tempo ankommen darf. Es gibt keinen festen Zeitplan, dem jedes Kind folgen muss. Manche Kinder haben nach wenigen Tagen Vertrauen gefasst, andere brauchen mehrere Wochen. Beides ist in Ordnung.
In der Eingewöhnung lernt Ihr Kind mich als Tagesvater kennen, dazu die anderen Kinder, die Räume und einen neuen Tagesrhythmus. Sie als Eltern sind in dieser Zeit ein fester Teil des Geschehens. Ich arbeite nach dem partizipatorischen Eingewöhnungsmodell, das Ihr Kind als handelnde Person ernst nimmt und seine Signale zur Grundlage jedes nächsten Schrittes macht.
Wie das geht
Das partizipatorische Eingewöhnungsmodell einfach erklärt
Das Berliner und das Münchener Eingewöhnungsmodell sind in Deutschland verbreitete Ansätze. Beide folgen einem festen Ablauf mit klar geplanten Tagen. Das partizipatorische Modell geht einen anderen Weg.
Der Begriff partizipatorisch bedeutet beteiligend oder mitgestaltend. Ihr Kind ist in diesem Modell nicht das Objekt der Eingewöhnung, sondern aktiv beteiligt. Es zeigt durch sein Verhalten, ob es bereit für den nächsten Schritt ist, ob es länger an Ihrer Seite bleiben möchte oder ob es sich schon zutraut, kurz allein mit mir zu sein. Ich beobachte diese Signale und gehe darauf ein, statt einem Kalender zu folgen.
Für Sie als Eltern bedeutet das, Sie erleben die Eingewöhnung mit, Sie sehen, was Ihr Kind kann und braucht, und Sie bekommen Sicherheit aus dem, was Sie selbst beobachten, nicht aus einem fertigen Schema.
In fünf Phasen
Wie sich Vertrauen Schritt für Schritt aufbaut
Die Eingewöhnung in meiner Kindertagespflege in Wuppertal-Ronsdorf verläuft in mehreren Phasen, die ineinander übergehen. Wie schnell Ihr Kind von einer Phase in die nächste wechselt, entscheidet es selbst.
In den ersten Tagen kommen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind zu mir. Sie bleiben im Raum, verhalten sich aber bewusst zurückhaltend. Ihr Kind soll wissen, dass Sie da sind, gleichzeitig soll es den Raum und mich erkunden dürfen. Diese Phase dauert so lange, bis Ihr Kind sich sicher genug fühlt, um Kontakt zu mir aufzunehmen.
In der nächsten Phase entferne ich mich mit Ihrem Kind kurz aus Ihrem Blickfeld, etwa um in einen anderen Raumbereich zu gehen oder zu den Hühnern in den Garten zu schauen. Sie bleiben in der Nähe und sind erreichbar. Wir beobachten, wie Ihr Kind reagiert.
Wenn Ihr Kind diese kurzen Phasen ohne Sie gut bewältigt, verlassen Sie zum ersten Mal kurz den Raum. Wenige Minuten reichen am Anfang. Wichtig ist, dass Sie sich klar verabschieden und nicht heimlich gehen. Ihr Kind soll lernen, dass Sie wiederkommen.
In den folgenden Tagen verlängern wir die Zeitspannen, in denen Sie nicht im Raum sind. Schritt für Schritt nähert sich Ihr Kind der vollen Betreuungszeit. Sie bleiben in dieser Phase telefonisch erreichbar, falls Ihr Kind Sie braucht.
Die Eingewöhnung ist abgeschlossen, wenn Ihr Kind sich von Ihnen verabschieden kann, ohne dauerhaft belastet zu sein, wenn es sich von mir trösten lässt und wenn es im Alltag mit den anderen Kindern ankommt. Das heißt nicht, dass es nie wieder weint. Es heißt, dass es weiß: Mama oder Papa kommen wieder, und bei Jonas bin ich gut aufgehoben.
Die Phasen der Eingewöhnung im Überblick
| Phase | Was geschieht | Wer ist im Raum |
|---|---|---|
| Kennenlernen | Ihr Kind erkundet Raum und Bezugsperson | Kind und Elternteil |
| Erste Trennung im Raum | Kurze räumliche Distanz, Eltern bleiben in Sichtweite | Kind und Elternteil |
| Erste kurze Trennung | Eltern verlassen den Raum für wenige Minuten | Kind allein bei Jonas |
| Verlängerung | Trennungsphasen werden Schritt für Schritt länger | Kind allein bei Jonas |
| Stabile Betreuung | Volle Betreuungszeit, sichere Verabschiedung | Kind in der Gruppe |
Realistisch planen
Zwei bis vier Wochen, manchmal mehr
Realistisch sollten Sie für die Eingewöhnung in der Kindertagespflege zwei bis vier Wochen einplanen. Manche Kinder brauchen weniger, manche mehr. Was sich nicht beschleunigen lässt, ist der Vertrauensaufbau.
Planen Sie Ihren Berufsstart so, dass Sie mindestens zwei Wochen nach Beginn der Eingewöhnung noch zeitlich flexibel sind. Wenn Sie unter Druck arbeiten müssen, weil der erste Arbeitstag in einer Woche beginnt, überträgt sich diese Anspannung auf Ihr Kind. Eingewöhnung braucht Ruhe auf beiden Seiten.
Auch nach dem offiziellen Ende der Eingewöhnung gilt, halten Sie die Nachmittage in der ersten Zeit ruhig. Ihr Kind verarbeitet viele neue Eindrücke. Ein voller Terminkalender nach der Betreuung überfordert es schnell.
Aus 14 Jahren
Was vielen Familien Sicherheit gegeben hat
Aus den Eingewöhnungen, die ich in über 14 Jahren begleitet habe, haben sich einige Dinge als hilfreich erwiesen. Sie sind nicht als feste Regeln gedacht, sondern als Anregungen, die Sie für sich passend nutzen können.
Ein vertrautes Kuscheltier oder Schmusetuch ist für viele Kinder eine Brücke zwischen den beiden Welten. Wenn Ihr Kind so einen Begleiter hat, darf er gerne mitkommen.
Eine kurze, klare Verabschiedung tut den meisten Kindern gut. Ein langes Zögern an der Tür macht den Abschied schwerer als nötig, weil Kinder die Unsicherheit der Eltern spüren und sie auf sich beziehen.
Gut erreichbar bleiben in der Eingewöhnungszeit gibt allen Beteiligten Sicherheit. Sie müssen nicht ständig in der Nähe sein, aber das Wissen, dass Sie kommen können, hilft.
Sprechen Sie mich an, wann immer Ihnen etwas auffällt oder Sie unsicher sind. Sie kennen Ihr Kind besser als jeder andere, und Ihre Beobachtungen helfen mir, die Eingewöhnung gut zu gestalten.
Vier Antworten
Fragen, die viele Eltern beschäftigen
Das ist keine Seltenheit und kein Zeichen dafür, dass etwas schief läuft. Wir verlängern die Phasen, in denen Sie im Raum bleiben. Manche Kinder brauchen schlicht mehr Zeit. In so einem Fall gehen wir einen Schritt zurück, statt auf Tempo zu drängen. Der Druck einer beschleunigten Trennung würde das Vertrauen eher beschädigen als aufbauen.
Ja, und das ist ausdrücklich vorgesehen. Es gibt keinen festen Endpunkt, an dem die Eingewöhnung abgeschlossen sein muss. Wir bleiben im Austausch über den Verlauf, und wenn Ihr Kind mehr Zeit braucht, nehmen wir sie uns.
Auch das kommt vor. Wir reagieren gemeinsam und geben Ihrem Kind die Stütze, die es gerade braucht. Kinder machen Entwicklungssprünge, sie erleben Krankheiten, Geschwisterkinder werden geboren, Umzüge stehen an. In solchen Phasen kann die Sicherheit, die schon da war, kurz wieder ins Wanken geraten.
Ja, in den ersten Tagen sind Sie sogar ausdrücklich dabei. Ihre Anwesenheit ist die Grundlage dafür, dass Ihr Kind sich sicher fühlt, während es die neue Umgebung erkundet.
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